Lust auf Experimente?!

Zuhause ... Du bist möglicherweise nicht sehbehindert, hast aber ganz bestimmt schon mal versucht, mit geschlossenen Augen etwas zu tun: nur, um ein klein wenig nachzuempfinden, wie es wäre, blind zu sein. Oder etwa nicht? Wir wollen Dir, Deinen Freunden, Deiner Familie, Deinen Schülern jedenfalls die Möglichkeit geben, das mal auszuprobieren. Deshalb haben wir eine Broschüre mit Selbstversuchen erstellt, die den Titel trägt: 'Mit den Ohren sehen'

Innerhalb der Selbstversuche gibt es Tipps, ob sich das jeweilige Experiment für eine Einzelperson, ein Paar oder eine Gruppe eignet, welches Material benötigt wird und welche Fragen sich die Teilnehmer einmal stellen könnten.

 

Du kannst die Broschüre hier im Shop bestellen.

In der Ausstellung ... Du kannst Deinen Besuch sehr vielfältig gestalten:

Wie wäre es, wenn Du Dir im 2. Teil der Ausstellung, wie ein sehbehinderter oder blinder Besucher auch, die Bildbeschreibungen anhörst, statt Dir sofort die Bilder anzusehen? So könnte der Perspektivwechsel noch besser gelingen! Du tauchst noch tiefer in die Wahrnehmungs- und Vorstellungswelt Deiner blinden und sehbehinderten Mitmenschen ein. 

 

Oder Du startest mit den Fotoportraits, um erst danach zu den Hörportraits zu gehen?

Oder für nicht sehbehinderte Besucher: Du hörst Dir die Hörportraits an, während Du Dir die Fotoportraits anschaust. Das scheint - zumindest momentan - der einfachste Weg, die richtigen Paare zu bilden. Aber geht es denn eigentlich darum?

 

Oder: Du wechselst hin- und her?

Bedenke aber dabei: Wenn Du mit den Fotoportraits startest, wirst Du beeinflusst, denn Du hörst die Hörportraits mit fertigen Bildern im Kopf. Das ist Dir egal? Auch gut - mach es einfach so, wie Du willst.

Oder Du hörst Dir die Einschätzungen der Profilerinnen und Profiler ganz bewusst NICHT an, um Dich nicht beeinflussen zu lassen? Kommst Du möglicherweise zu einer ganz anderen Bewertung?

Für Gruppen und Schulklassen

Ihr könntet Euch aufteilen! Gruppe A beginnt mit den Hörportraits, Gruppe B mit den Bildern.

Oder: Nach den Hörportraits hört sich Gruppe A erst einmal die Bildbeschreibungen an. Gruppe B sieht sich sofort die großen Portraits und die kleinen Bilder im Notizbuch an. Welche Gruppe hat am Ende mehr Treffer? Welche Reihenfolge gefällt Euch besser? Welche ist spannender?

Im ersten Teil der Ausstellung hört sich Gruppe A auch die Einschätzungen der Profilerinnen und Profiler an, Gruppe B tut das nicht! Finden sich in den Bewertungen von Gruppe A viele Aussagen der Profilerinnen und Profiler wieder? Hat Gruppe B auffallend andere Informationen und Assoziationen im Notizbuch notiert?

Nimm Kontakt zu uns auf, wenn Du Dir mit Deinen Schülern im Vorfeld die Hörportraits anhören und vor dem Ausstellungsbesuch damit arbeiten willst. Beispielsweise: Hört Euch die Menschen an und malt, zeichnet, gestaltet diese Menschen so, wie Ihr sie Euch vorstellt. Oder: Schreibt Eure ganz eigene Geschichte zu diesen Menschen. Oder: Analysiert die Bewertung durch die Profilerinnen und Profiler. Was hättet Ihr diese Menschen gefragt und weshalb? Was ist Euch wichtig an Menschen?

Die Auflösungen im Notizbuch sollten sich alle erst am Ende anschauen. Die Überraschung will sich sicherlich niemand verderben.

Wir sind überzeugt, dass in diesem Kunstprojekt viel 'Musik' ist; dass sich viele weitere Erkenntnisse einstellen, dass Neues daraus entstehen und sich das Projekt weiterentwickeln wird.